Samstag, 16. Mai 2015

Ossiloop, die Letzte

Soderle, dass war er nun, der 34. Ossiloop. Die letzte Etappe von Nortmoor nach Leer war eine schöne Etappe, mit guter Stimmung durch die Zuschauer. Und es hat Spaß gemacht zu Laufen. Wenn da nicht ein so richtig fader Nachgeschmack wäre, der einem die Etappe dann doch irgendwie "vermiest" hat. Doch der Reihe nach.

Zunächst wieder einige technische Daten der Strecke:

  • Länge: 10,1 km (es sollten 10 sein)
  • Start: Nortmoor
  • Ziel: Leer
  • Wegbeschaffenheit: Asphalt, Verbundstein
  • Wetter: heiter bei 13° C

Logistik

Zur letzten Etappe sind wir wieder mit zwei Autos gefahren. Meines wurde am Ziel abgestellt. Dort hatten wir uns einen Parkplatz ausgesucht, der sich als gebührenpflichtig erwiesen hat. Aber, bevor wir noch lange weitersuchen, draufstellen und Ticket holen. Am Automaten dann geschaut, bis wann man zahlen muss (1800 Uhr) und wie viel es für die letzte halbe Stunde kostet. Ich warf also 20 ct. ein und hätte bis Mo. 0808 Uhr parken können... Tarife zum Träumen.

Vom Ziel haben wir noch einen Kollegen mitgenommen, der nach dem Lauf noch mit dem Zug weiter musste. Er parkte im nebenstehenden Parkhaus. Gemeinsam (Holde, Kollege und ich) sind wir dann Richtung Ziel gefahren. Im Industriegebiet, wo der Start war, war schon die Hölle los. Daher also direkt die erste Möglichkeit zum Parken genutzt und dann Richtung Start gelaufen.

Startbereich

Der Startbereich war richtig gut gemacht; groß, weiträumig, genügend Platz für alle. Und auch die Toiletten waren genügend an der Zahl, so dass es zu keinen richtig langen Schlangen kam. Pullern, quatschen, und los ging es mit aufwärmen.

Mein Kollege und waren in der Gesamtwertung gerade mal 2 Minuten voneinander getrennt, und er wollte partout nicht, dass ich ihn noch überhole. Bei den letzten drei Etappen konnte ich ihm knapp drei Minuten von den knapp 5 Minuten abknapsen, die er auf den ersten beiden heraus gelaufen hat. Die 2 Minuten bedeuten auch gleichzeitig ca. 50 Plätze.  So kabbelten wir uns, und zogen uns gegenseitig auf. Allerdings wusste ich auch, dass ich zwei Minuten auf 10 km nicht aufholen kann, da wir ungefähr gleich schnell laufen.

Meine Holde und ich verabschiedeten uns, nicht ohne uns viel Glück zu wünschen, und so begab sich jeder in seinen eigenen Startblock. Für mich war wieder der 3er angesagt, da ich hier gut aufgehoben war. Und auch die Blöcke selbst waren hier richtig großzügig angelegt. Kein Gedränge, kein Geschubse, so soll es sein. Mein Kollege und ich quatschten noch miteinander, bis der Startschuss fiel und die Startblöcke einzeln auf die Reise geschickt wurden.

Auch wir trabten dann los und mussten durch das Starttor. Und wie üblich: Wir mussten davor stehen bleiben, weil dieses einfach zu eng war.

    Tipp 1 an den Veranstalter: Schafft euch einen breiteren aufblasbaren Startbogen an! Es ist einfach usselig, wenn man lostrabt, stehenbleiben muss, und wieder loslaufen muss.

Beim Starttor war jedoch nicht der eigentliche Start; der wurde 100/ 200 m nach hinten verlegt, damit die Strecke genau 10 km betragen sollte. Theorie.... Praxis: gemessen habe ich 10,15 km.

Strecke

Über die Matte, die Uhr gestartet und versucht das vorgesehene Tempo anzuschlagen. Hier überholt, dort überholt, Tempo gefunden und so langsam in den Flow gekommen. Immer wieder auf die Uhr geschaut, um das Tempo zu kontrollieren. Nach jedem Kilometer zeigt dank AutoLap die Ambit2R mit eine kurze Zusammenfassung an. Und so musste ich erkennen, dass ich die ersten Kilometer gefühlt viel zu schnell angegangen war. Hatte ich nach 4 Kilometern fast 2 Minuten Vorsprung auf meine Zielzeit (< 50 Min.).

Die Wege waren wirklich gut, und es hat Spaß gemacht hier zu laufen... Wäre es nur bei anderen Etappen auch so gewesen. Mein Kollege lief irgendwo hinter mir. Dabei hatte er "angedroht" sich notfalls an meinem Zopf festzuhalten, nur damit ich die 2 Minuten nicht aufhole. Bei km 4,5, kurz vor der ersten Wasserstelle überholte er mich dann, aber das Tempo war so, dass ich gut folgen konnte. Es lag ein Schnitt von ca. 4'40/km an.

So trabten wir die nächsten Kilometer vor uns hin. Zwar auch schmalen Wegen, aber alle hatten genügend Platz und auch der Weg selbst war gut. Immer wieder standen an den Rändern Zuschauer, die ordentlich angefeuert haben. Sogar eine Trommelgruppe saß am Wegesrand. So macht es Spaß zu Laufen!

Nach 8 Kilometern allerdings begann sich die Freude in Ärger zu verwandeln. Es mussten Bahngleise überquert werden. Und was fiel den Veranstaltern nichts besseres ein: 2500-3000 Leute über eine schmale Treppe zu schicken. Um einen kleinen Eindruck zu bekommen, ein Bild aus Strava:


Es ging in eine Sackgasse und vor dem letzten Privathaus war die zweite Wasserstelle. Wahrscheinlich haben sich die Organisatoren gedacht: Hier müssen die Läufer eh anstehen, da hat man dann Zeit zum trinken und die Becher verteilen sich nicht so. Zum Vergleich wie der Weg war (links) und wie z.B. der Weg hätte sein können (rechts).


Der linke Streckenabschnitt, so wie er gelaufen wurde, betrug 667 Meter. Die rechte Variante, wie sie hätte gelaufen werden können, beträgt 1146 Meter; 479 Meter mehr!!! Diese hätte man an anderer Stelle durchaus reinholen können. Aber für alle Läufer wäre es entspannter gewesen.

Verlinkt von der Offiziellen Facebook-Seite des Ossiloops ist folgende Bilderstrecke bei Esposium: Link.

Diese Stelle bei der Etappe zeigt in meinen Augen eine ungeheure Respektlosigkeit gegenüber den Läufern. Es war die 6. Etappe und die Dörlooper hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 64 km zurück gelegt. Es handelt sich bei der Veranstaltung um einen Straßenlauf, und nicht um einen Trail. Wenn das hätte ein Trail sein sollen, dann wäre es bis auf 300 Meter für den gesamten Ossiloop der falsche Belag gewesen.

    Tipp 2 an den Veranstalter: Treppen, und besonders solch schmale sind eine Frechheit und gehören nicht in eine solche Veranstaltung. Hättet ihr maximal 100 Teilnehmer gehabt, dann hätte das keinen gejuckt, weil sie sich verteilt hätten. Aber nicht bei 2500-3000 Teilnehmern!!!

Ich hatte relatives Glück und habe durch diesen Engpass nur 30 bis 45 Sekunden verloren, meine Holde aber stand(!!!) an dieser Stelle geschlagene 3 Minuten. Keine Bewegung, kein vorankommen.

Mit ordentlich geschwollener Aorta ging es dann weiter. Der Puls war wieder unten und man konnte wieder beschleunigen. Runter von der Brücke, unter ihr hindurch und dann gleich rechts in einen Verbindungsweg, bei dem man ausschließlich hintereinander laufen konnte. Ok, das war die einzige Verbindungsmöglichkeit, daher zu verzeihen. Und es staute sich nicht.

Vor der Treppe hatte ich wieder meinen Kollegen eingeholt und wir haben ein paar Worte gewechselt. Hinter der Treppe war ich wieder vor ihm, und es sollte so auch bis ins Ziel bleiben. Dort hatte ich ganze 11 Sekunden auf ihn herausgeholt. Er blieb also auch in der Gesamtwertung vor mir.

Die finale Straße war lang, gerade und in der Mitte mit Kopfsteinpflaster versehen, aber an den Seiten gab es breite Streifen mit Klinker, so dass man gut laufen konnte. Und je näher man zum Ziel kam, desto mehr Menschen standen auch an den Seiten und feuerten an. So macht es Spaß und so soll es auch sein. Eine kurze Kurven-Kombination und es ging auf die letzten 300 Meter.

Zielbereich

Und hier begann der Teil, der mich die Etappe endgültig in schlechter Erinnerung behalten wird. Der Veranstalter hat zwar einige Gitter aufgestellt, aber mit großen Lücken, wo einfach Flatterband gespannt wurde. Dadurch bildeten die Zuschauer eine Gasse, wo gerade mal noch 2 Personen nebeneinander laufen können. Bei meinem Sprint versuchte ich zwar durch brüllen auf mich aufmerksam zu machen (teilweise hat es auch geklappt), doch teilweise habe ich unschön die Leute weggerempelt.

Im Ziel dann das nächste "Highlight". Über die Zielmatte gerannt, Uhr gestoppt und auch ich musste abrupt stoppen, weil der Weg durch Läufer versperrt war. Der Veranstalter hatte in seiner Klugheit die Getränkestände auf der linken Seite ca. 10 Meter nach dem Zielstrich hingestellt. Man könnte meinen, die Veranstaltung ist die erste, nicht die 34. Die Getränke waren auch bei der 3. Etappe (Aurich) so klug angeordnet. Für die Apfelschnitze und Bananen durfte man sich dann einmal komplett durch die Läufer, Begleitung und Zuschauer quälen, da dieser Stand diametral auf der anderen Seite positioniert war. Ok, der Platz für den Zieleinlauf war eng (was auch so angekündigt war), umso wichtiger wäre eine gute Organisation gewesen.

    Tipp 3 an den Veranstalter: Wenn die Läufer spazierend über die Ziellinie gehen sollen, behaltet alles bei. Auch wenn keiner der Läufer sprinten soll, um z.B. die Atmosphäre zu genießen, behaltet ebenfalls alles bei. Ansonsten ändert was, und zwar dringend! Wie es funktioniert konntet ihr bei der 4. Etappe von Holtrop nach Bagband sehen. DAS war eine gute Organisation!!!

Mund abputzen und weiter gehts. Ich bin also direkt zum Auto weiter gelaufen, um ein anderes Shirt und einen Fleece anzuziehen, was zu trinken und etwas Geld zu holen und natürlich den dicken Fleece meiner Holden mitzunehmen. Zurück zum Zielbereich und am vereinbarten Treffpunkt gewartet.

Da kurz hinter dem Treffpunkt die Dörlooper-T-Shirts ausgegeben wurden, dachte mir: Gute Gelegenheit, auch wenn die Schlange recht ordentlich bei den Männer war. Bei den Damen gab es keine Schlange, da kam man direkt dran. Als ich so in der Reihe wartete, sah ich meine Holde ihr T-Shirt in Empfang nahm. Ich bekam das meine, meine Holde kam rüber zu mir und war ob des Laufes richtig sauer. So erzählte sie mir von ihrem Frust und dem, was sie so aufgebracht hat.

Immerhin war die Farbwahl der T-Shirts in diesem Jahr nicht schlecht.



Des Frustes wegen haben wir uns auch nicht mehr wirklich auf dem Platz aufhalten wollen. Wahrscheinlich hätten wir das gemacht, wenn es nicht diese Unfasslichkeiten gegeben hätte.

Also ab zum Auto und zurück zum Startbereich, nach Hause und Duschen. Zu gefrustet, um selbst irgendetwas zu essen zu machen, haben wir uns kurzerhand vom örtlichen Pizza-Lieferservice Pizza bestellt... die war lecker. So langsam wandelte sich dann auch der Frust der Holden in Freude über das erreichte. Und mir zeigte Strava sogar eine neue PB. Dieses Mal sogar eine richtige PB, da die bisherige 10 km-PB bei 47'06 Minuten lag.


Das war er dann nun, der 34. Ossiloop 2015. Ein Lauf, den ich mitgemacht habe, Punkt. Ein Resumé wird in einem weiteren Eintrag die Tage folgen.

Somit verbleibe ich und wünsche ganz allgemein ein wohliges Laufen, frei von Verletzung und Schmerz.

Abschließend noch die Gesamtübersicht (inkl. Korrekturen):

Etappe 1Etappe 2Etappe 3Etappe 4Etappe 5Etappe 6
Strecke Bensersiel-
Dunum
Dunum-
Plaggenburg
Aurich Holtrop-
Bagband
Gut Stickelkamp-
Holtland
Nortmoor-
Leer
HF [bpm]
(Ø/ max)
162/ 177 165/ 181 166/ 181 167/ 180 168/ 180 167/ 181
HF [%]
(Ø/ max)
81%/ 89% 83%/ 91% 83%/ 91% 84%/ 90% 84%/ 90% 84%/ 91%
Tempo
(Ø/ max)
5'18/km / 3'46/km 5'02/km / 3'21/km 4'44/km / 3'20/km 4'48/km / 3'20/km 4'47/km / 3'49/km 4'38/km / 3'24/km
Geläuf #Ghost3 #Sayonara #Ghost3 #Ghost3 #Ghost3 #Ghost3
Distanz 11,1 km 11,2 km 10 km 12 km 9,8 km 10,1 km
Zeit 00:58'41 00:56'32 00:47'24 00:57'21 00:46'58 00:46'49
Platz Etappe
(Ges/ AK)
989/ 764 839/ 657 604/ 470 535/ 430 590/ 459 478/ 373
Gesamtzeit 00:58'41 01:55'13 02:42'37 03:39'58 04:26'56 05:13'45
Platz
(Ges/ AK)
989/ 764 879/ 683 771/ 607 687/ 544 654/ 516 598/ 469
Links
Movescount [M]/
Strava [S])
M/ S M/ S M/ SM/ S M/ S M/ S


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